Wenn Menschen sterben — sind sie wirklich weg?
Persönliche Erfahrungen über Begegnungen mit Verstorbenen und warum die Verbindung im Herzen weiterleben kann.
Der Tod ist ein Thema, über das viele Menschen nur ungern sprechen.
Doch im Laufe meines Lebens habe ich Erfahrungen gemacht, die mich glauben lassen, dass unsere Verbindung zu geliebten Menschen nicht einfach endet.
Ich weiss, dass nicht alle Menschen die Welt so wahrnehmen wie ich. Und ich kann auch nicht erklären, warum ich manchmal Seelen oder Verstorbene spüre. Trotzdem möchte ich einige dieser Erfahrungen teilen. Nicht, um jemanden zu überzeugen, sondern um Mut zu machen, über solche Themen zu sprechen.
Denn ich glaube, viele Menschen erleben mehr, als sie erzählen.
Für mich fühlt es sich so an:
Wenn ein Mensch stirbt, ist er nicht einfach weg.
Er ist eher umgezogen.
Ein Moment des Sterbens
Einmal war ich bei einem Menschen, den ich kannte, als er im Sterben lag.
Während seine letzten Atemzüge noch da waren, nahm ich wahr, wie seine Seele den Körper bereits verlassen hatte. Für mich war das ein sehr stiller und besonderer Moment.
Ich verliess den Raum und kurze Zeit später sah ich ihn noch einmal.
Nicht mehr so, wie er im Bett gelegen hatte.
Er erschien mir verwandelt, wie ein junger Mann, leicht und frei.
Er flog über mich hinweg und sagte zu mir, ich solle den anderen ausrichten, dass es ihm sehr gut gehe und dass er glücklich sei.
Diese Begegnung hat mich tief berührt und mir noch einmal gezeigt, dass der Moment des Sterbens vielleicht eher ein Übergang ist als ein Ende.
Begegnungen im Wald
Eines Tages war ich im Wald unterwegs.
Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass ich nicht allein war.
Ich nahm eine kleine Gruppe Kinder wahr. Ich sah sie nicht wirklich mit meinen Augen, doch ich spürte, dass sie da waren. Sie hielten sich an den Händen und waren gemeinsam unterwegs. Dann hielten sie an und fragten mich, ob ich ihnen helfen könne zu gehen. Ich unterstützte sie dabei, ins Licht zu gehen.
Ein anderes Erlebnis hatte ich ebenfalls in einem Wald in meiner Nähe. Dieses Mal waren es sehr viele Seelen. Zuerst fühlte sich das sogar etwas unangenehm an und ich ging nach Hause.
Dort setzte ich mich in Meditation und gab dem Raum. Dabei wurde mir klar, dass dort viele Seelen waren, die irgendwie feststeckten. Zuerst dachte ich: Das sind zu viele. Dann kam mir ein Bild: ein Zug. Ich stellte mir vor, dass alle gemeinsam einsteigen und miteinander weiterreisen können.
So konnten sie gehen.
Ein paar Tage später las ich in der Zeitung, dass in diesem Gebiet ein Gedenkstein aus der Kriegszeit verschoben worden war. Ob es einen Zusammenhang gibt, weiss ich natürlich nicht. Für mich war es jedoch eine interessante Erfahrung.
Wenn Seelen um Hilfe bitten
Einmal war ich bei einer Kollegin zu Besuch. Die anderen Frauen setzten sich ganz selbstverständlich auf das Sofa. Für mich fühlte es sich jedoch so an, als wäre der Platz bereits besetzt.
Ich sah niemanden mit meinen Augen, doch energetisch war das Sofa voll. Später meldeten sich diese Seelen bei mir. Fast so, als würden sie leicht auf meine Schulter klopfen und sagen, ich solle mich um sie kümmern. Da ich zu Besuch war, sagte ich ihnen innerlich, dass ich mich später darum kümmern würde.
Als ich zu Hause war, fragte ich sie, was sie brauchen, und unterstützte sie dabei, weiterzugehen.
Solche Situationen erlebe ich manchmal auch bei Wohnungsräucherungen. Wenn ich dort Seelen wahrnehme, beziehe ich die Bewohnerinnen und Bewohner mit ein und zeige ihnen, wie sie selbst helfen können, falls sie einmal etwas Ähnliches erleben.
Eine Erfahrung aus Ecuador
Während einer Reise nach Ecuador übernachtete ich in Quito in einer Unterkunft mitten in der Stadt.
Dort nahm ich wahr, dass eine Seele im Haus umherirrte. Da ich keinen Auftrag von der Besitzerin hatte, sagte ich zunächst nichts.
Eine Freundin erzählte der Besitzerin später davon. Sie war zuerst skeptisch, stimmte dann aber zu, dass ich helfen darf.
Es stellte sich heraus, dass es ihr verstorbener Sohn war. Danach fühlte sie sich deutlich erleichtert.
Wenn Verstorbene uns besuchen
Manchmal begegnen mir auch Menschen, die ich gekannt habe.
Ein ehemaliger Schulkollege und eine Kursteilnehmerin erschienen mir noch einige Zeit nach ihrem Tod. Ich nahm sie in ihrer menschlichen Gestalt wahr, oft mit denselben Kleidern wie früher. Manchmal begegnete ich ihnen im Wald, manchmal beim Autofahren oder in anderen alltäglichen Situationen. Diese Begegnungen fühlten sich friedlich an.
Meine Grossmutter war ebenfalls lange nach ihrem Tod noch präsent.
Eine Bekannte, die letztes Jahr verstorben ist, nehme ich wiederum ganz anders wahr, sehr fein, fast kristallin. Und manchmal tut es einfach gut, wenn sie kurz da ist.
Ich rufe sie nicht
Was ich jedoch nicht mache:
Ich rufe Verstorbene nicht bewusst.
Wenn mir während meiner Arbeit etwas begegnet, gehe ich respektvoll damit um. Aber ich versuche nicht aktiv, Kontakt aufzunehmen.
Bei Menschen, die trauern, gebe ich manchmal einen einfachen Impuls. Ich lade sie ein, sich vorzustellen, sie hätten ein Telefon in der Hand und könnten ihrem verstorbenen Menschen etwas sagen. Viele empfinden das als tröstlich.
Und mir ist etwas wichtig zu sagen:
Es ist völlig in Ordnung, wenn jemand solche Wahrnehmungen nicht hat. Man muss keine Seelen sehen oder spüren, um mit einem geliebten Menschen verbunden zu bleiben.
Liebe braucht keine Erscheinungen.
Die Verbindung im Herzen bleibt, ganz unabhängig davon, ob wir etwas wahrnehmen oder nicht.
Manchmal reicht es schon, an einen Menschen zu denken, mit ihm zu sprechen oder ihm innerlich einen Platz zu geben.
Vielleicht ist unsere Welt grösser
Ich glaube, dass viele Menschen ähnliche Erfahrungen machen, aber selten darüber sprechen.
Der Tod ist ein sensibles Thema.
Und doch gehört er zum Leben.
Für mich bedeutet Sterben nicht, dass ein Mensch einfach verschwindet.
Er ist nur umgezogen.
Und manchmal begegnen wir uns noch einmal.
Wenn du selbst einmal etwas Ähnliches erlebt hast, darfst du darüber sprechen. Vielleicht hilft es anderen Menschen, sich ebenfalls zu öffnen.
Unsere Welt ist vielleicht grösser, als wir denken.
Wenn dich dieser Beitrag berührt hat, darfst du ihn gerne mit Menschen teilen, für die dieses Thema ebenfalls wichtig sein könnte.
Manche Menschen gehen aus unserem Leben. Doch aus unserem Herzen gehen sie nie.




