Der spre­chende Zacken­barsch — eine Begeg­nung im Riff von Costa Rica

Während meiner vier­wö­chigen Reise in Costa Rica erlebte ich etwas, das mich bis heute begleitet.

Langsam gleite ich beim Schnor­cheln über das Riff. Plötz­lich höre ich eine liebe­volle Stimme: “Erschrecke nicht.” Im selben Moment ertönt ein lautes, merk­wür­diges Geräusch. Erschrocken reisse ich den Kopf aus dem Wasser. Doch um mich herum ist niemand. Die anderen sind weit entfernt.

Ich tauche wieder ein. Wieder dieser Ton. Noch lauter, durch­drin­gender. Unruhig drehe ich mich im Wasser um, suche nach der Quelle. Ich sehe nichts. Das Geräusch scheint von überall gleich­zeitig zu kommen. Mein Herz schlägt schneller. Schliess­lich schwimme ich hastig zu den anderen und frage aufge­regt, ob sie es auch gehört haben. Kopf­schüt­teln. Sie schauen mich verständ­nislos an.

Unsi­cher, aber fest entschlossen, schwimme ich zurück zum Boot. Dem Boots­be­sitzer schil­dere ich mein Erlebnis und imitiere den Ton. Er hört aufmerksam zu, lächelt und sagt sofort: “Das ist ein mero — ein Zacken­barsch. Sie sind selten zu hören.”

Seit dieser Begeg­nung sind einige Tage vergangen und der geheim­nis­volle Ton ist verschwunden. Doch der Fisch taucht immer wieder in meinen Gedanken auf. Und jedes Mal erfüllt mich Freude. Viel­leicht wollte er mir nur eines sagen: Lebe dein Leben, sei aufmerksam und vertraue den Stimmen, die dich führen.

 

Der sprechende Zackenbarsch