Ich bin durch ein Flug­zeug geflogen.

Allein dieser Satz klingt drama­tisch. Und ehrlich gesagt: Genau so hat es sich auch angefühlt.

Nach einem Flug nach Hause sass ich bereits ange­schnallt auf meinem Platz. Das Anschnall­zei­chen war noch einge­schaltet. Die Maschine war gelandet, aber wir waren noch nicht am Gate angekommen.

Der Mann neben mir wollte unbe­dingt aufstehen und an mir vorbei­gehen. Bereits während des Lande­an­flugs war er einmal aufge­standen und von der Crew aufge­for­dert worden, sich sofort wieder hinzu­setzen. Doch auch jetzt drängte er darauf, aufzustehen.

Ich liess mich über­reden und stand auf.

In genau diesem Moment musste der Pilot eine Voll­brem­sung machen.

Ich wurde nach vorne geschleu­dert und landete auf meinem Hand­ge­lenk und meinem Knie. Meine Brille ging kaputt. Zum Glück war nichts gebro­chen. Aber der Schock sass tief.

Sehr tief.

Die Tage danach konnte ich kaum über das Erlebnis spre­chen. Jedes Mal kamen die Tränen. Erst nach einigen Tagen wurde mir klar, warum mich dieser Vorfall so stark erschüt­tert hatte.

Es ging nicht nur um den Unfall.

Es ging darum, was er mir gezeigt hat.

Ich habe in diesem Moment die Bedürf­nisse eines anderen Menschen über meine eigenen gestellt. Obwohl ich wusste, dass es sich nicht richtig anfühlte. Obwohl ich wusste, dass ich sitzen bleiben sollte.

Und plötz­lich erkannte ich ein Muster.

Wie oft machen wir das im Leben?

Wie oft wissen wir längst, dass etwas nicht mehr zu uns passt und bleiben trotzdem dabei?

Wie oft spüren wir ganz genau, was verän­dert werden möchte und schieben es dennoch auf?

Bei mir zeigte sich dieses Muster auch in meinem Business.

Schon lange wusste ich, dass meine Webseite nicht mehr das ausdrückt, wofür ich heute stehe. Meine Botschaften waren nicht mehr klar. Nicht mehr stimmig. Nicht mehr ganz ich.

Ich wusste es.

Schon lange.

Und trotzdem hatte ich die Verän­de­rung immer wieder auf später verschoben.

Bis zu diesem Erlebnis.

Denn manchmal braucht es offenbar eine Voll­brem­sung im Aussen, damit wir im Inneren endlich hinschauen.

Nach diesen Tagen habe ich mich hinge­setzt und meine Webseite über­ar­beitet. Nicht, weil mein Verstand plötz­lich alles verstanden hatte. Sondern weil ich meiner inneren Stimme endlich zuge­hört habe.

Heute fühlt sich meine Webseite wieder stimmig an. Sie passt zu mir, zu meiner Vision und zu dem Weg, den ich mit meinen Kundinnen gehe.

Rück­blickend bin ich dankbar für diese Erfah­rung auch wenn ich sie mir anders gewünscht hätte.

Denn sie hat mich daran erin­nert, dass unsere Seele oft schon lange weiss, was richtig ist.

Die Frage ist nur:

Wie lange warten wir, bis wir hinhören?

Gibt es in deinem Leben etwas, von dem du längst weisst, dass es nicht mehr zu dir passt?

Etwas, das verän­dert werden möchte?

Viel­leicht musst du nicht erst auf einen Weckruf warten.

Viel­leicht reicht es, heute den ersten kleinen Schritt zu machen.

Blumenwiese mit gelben und lila Blumen. Im Hintergrund sind Berge zu sehen.