Die unsicht­bare Wirklichkeit

Es gibt Erleb­nisse, die sich nicht erklären lassen und doch sind sie real. Dies ist meine persön­liche Geschichte.

Es war ein ganz normaler Abend. Müde von einem langen Tag legte ich mich ins Bett und schlief schnell ein. Doch am näch­sten Morgen wachte ich auf und konnte kaum glauben, was ich sah.

Über mir, direkt unter der Decke, schwebten merk­wür­dige Gestalten. Ich nenne sie „Schweife“. Eine kleine Gruppe von fünf war silbern, manche etwa zehn Zenti­meter lang, andere fast fünf­zehn. Sie erin­nerten mich ein wenig an Fische, doch sie waren voll­kommen flach. Mit einer erstaun­li­chen Selbst­ver­ständ­lich­keit bewegten sie sich gemeinsam durch den Raum, ruhig, langsam und gleich­mässig. Ich konnte meinen Blick nicht von ihnen lösen.

Doch das war nicht alles. Je länger ich hinsah, desto mehr entdeckte ich. Überall in meinem Schlaf­zimmer flogen Wesen in allen Farben und Formen. Manche waren winzig und rosarot, andere leuch­teten gelb oder grün. Alle hatten unter­schied­liche Grössen, doch sie bewegten sich stets in kleinen Gruppen, als hätten sie eine Aufgabe, die ich nicht verstehen konnte. Angst verspürte ich keine, nur Staunen und ein Gefühl von tiefer Überwältigung.

Von diesem Tag an erschienen sie mir jeden Morgen. Kurz nur, dann waren sie wieder verschwunden. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen. Was waren diese Wesen? Wieso zeigten sie sich mir? Doch daran, mit ihnen in Kontakt zu treten, dachte ich damals nicht. Ich beob­ach­tete sie einfach nur.

Irgend­wann wurde meine Neugier zu gross. Ich suchte in Büchern nach Antworten, fand jedoch nichts. An einem Morgen, nach vielen vergeb­li­chen Versu­chen, beschloss ich, endlich darüber zu sprechen.

Ich unter­rich­tete an diesem Tag eine Gruppe von Frauen im Bauch­tanz. Während wir uns aufwärmten, nahm ich all meinen Mut zusammen und erzählte ihnen, was ich sah. Ich erwar­tete Skepsis oder gar Spott, doch es kam ganz anders.

Eine Frau meinte völlig selbst­ver­ständ­lich, ihr Sohn habe Ähnli­ches erlebt. Eine andere nickte nur und sagte: „Das kenne ich auch.“ Ich war sprachlos. Plötz­lich war ich nicht mehr allein mit meiner Erfahrung.

Später zu Hause dachte ich immer wieder an ihre Worte. Es tat gut zu wissen, dass andere Menschen auch solche Wahr­neh­mungen haben.

Und dann geschah das Uner­war­tete: Am näch­sten Morgen waren die Wesen verschwunden. Ganz einfach weg. Sie zeigten sich mir nie wieder. Viel­leicht hatten sie sich verab­schiedet, viel­leicht waren sie einfach nicht mehr für mich sichtbar.

Doch eines habe ich aus dieser Erfah­rung gelernt: Es ist wichtig, über Wahr­neh­mungen zu spre­chen. Schon allein das Teilen kann helfen, sie zu verstehen oder zumin­dest zu akzeptieren.

Später traf ich auf Menschen, die mir einreden wollten, ich solle lieber schweigen. Es sei nicht gut, über so etwas zu reden. Sie meinten es wohl gut, aber ich wandte mich von ihnen ab. Heute wähle ich bewusst, wem ich meine Erfah­rungen erzähle. Und wenn das Gegen­über offen und liebe­voll zuhört, dann spreche ich.

Viel­leicht hast auch du schon Dinge erlebt, die du dir nicht erklären konn­test — eine Erschei­nung, ein Gefühl, ein inneres Wissen. Oft trauen wir uns nicht, darüber zu reden, aus Angst, nicht ernst genommen zu werden. Doch genau darin liegt ein Schlüssel: Offen­heit und ein liebe­volles Zuhören können unglaub­lich entla­stend sein.

In meiner Arbeit mit Energie erlebe ich immer wieder, wie befreiend es ist, wenn Menschen ihre Wahr­neh­mungen teilen dürfen ohne bewertet oder in Frage gestellt zu werden. Viele meiner Klien­tinnen und Klienten berichten von Erleb­nissen, die sie sonst nie ausspre­chen würden. Und genau dafür bin ich da: einen geschützten Raum zu bieten, in dem alles will­kommen ist.

Wenn du selbst eine Erfah­rung gemacht hast, über die du noch nie mit jemandem gespro­chen hast, ist jetzt viel­leicht der rich­tige Moment. In meiner Praxis bist du mit deiner Wahr­neh­mung nicht allein.

 

Sonne am Horizont

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